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Fachschaft Mathematik/Informatik

Das erste Semester

Der Studienbeginn

Anmerkung: Dieser Studienverlaufsplan behandelt eine Veraltete Prüfungsordnung. Da die neue Prüfungsordnung noch nicht offiziell verabschiedet ist, hier ein Link zur Vorabversion:

https://cs.uni-paderborn.de/studium/formalitaeten/ordnungen/

Bisher waren die Informationen, die ich Dir geben konnte, eher allgemeiner Natur. Darum möchte ich Dir näherbringen, was Dich im ersten Semester des Informatikstudiums erwartet. Und damit sind wir direkt am Beginn Deines Studiums. Basis für alles, was weiter kommt, sind solide Grundkenntnisse. Diese erarbeitest Du Dir im ersten Studienabschnitt, der sich über die ersten vier Fachsemester erstreckt. Im ersten Semester wirst Du die Fächer - Analysis für Informatiker - Grundlagen der Programmierung 1 - Modellierung belegen, soweit Du Dich nicht für das Nebenfach Mathematik entschieden hast.

Analysis für Informatiker

Die Analysis ist ein Teil der Mathematik und dreht sich um Grenzwerte von Folgen und Reihen, Funktionen reeller Zahlen und deren Stetigkeit, Differenzierbarkeit und Integration (siehe Wikipedia). Also: Folgen, Reihen, Funktionen, Grenzwerte, Ableitung, Integration. Das meiste hast Du in der Schule schon mal gehört. An der Uni geht es etwas anders zu. Kurz gesagt: in der Schule fällt so einiges vom Himmel, es ist einfach so und wird so gelernt. An der Uni wird ALLES, was verwendet wird, hergeleitet und bewiesen. Du hast z.B. an der Schule viel mit reellen Zahlen gearbeitet. Du glaubst zu wissen, was reelle Zahlen sind. Aber könntest Du auf Anhieb eine reelle Zahl nennen, die nicht Element der rationalen Zahlen ist? Und begründen, warum diese Zahl reell ist und nicht rational? Es geht also etwas grundsätzlicher zu. Es wird auch nicht viel gerechnet. Wichtig für Dich und Deinen Studienerfolg: verstehen reicht nicht, Du brauchst Übung und Routine in der Anwendung. Dafür sind die Hausaufgaben und Präsenzübungen da, auf die ich im Absatz "Durchführung der Veranstaltungen im ersten Semester" noch eingehen werde.

Grundlagen der Programmierung I

Hier lernst Du Programmieren. Die Universität Paderborn hat sich auf Java als Einstiegsprogrammiersprache festgelegt. Andere Unis machen C. Für und gegen beide gibt es gute Argumente, in Paderborn ist es halt Java. Falls Du Java schon beherrschst, ist das gut für Dich, wenn nicht, hier lernst Du es. In der Regel wird durch den Dozenten mit den imperativen Strukturen von Java begonnen, nach ca. einem halben Semester kommen dann die objektorientierten Teile von Java hinzu. Sinn dieser Veranstaltung ist, dass nach dem ersten Semester alle Studierende Programme in Java erstellen können und die weiterführenden Veranstaltungen auf einer Basis aufsetzen können. Auch hier gilt: Verstehen reicht nicht, selber machen zählt.

Modellierung

Gegeben ist ein Problem. Wie forme (modelliere) ich das Problem, um es am Ende vom Computer bearbeiten zu lassen. In dieser Veranstaltung geht es darum, die grundsätzlichen Ansätze (Kalküle) kennenzulernen, wie so etwas funktioniert. Hauptbestandteil der Vorlesung ist grundsätzliche Ansätze kennenzulernen und zu verstehen. Aussage- und Prädikatenlogik, Grammatiken, Invarianten, Graphen, Automaten werden keine Fremdworte mehr für Dich sein.

Organisation der Veranstaltungen

Alle drei Erstsemesterveranstaltungen unterteilen sich in Vorlesung, Präsenzübung und Hausaufgabe.
In den Vorlesungen wird der Stoff durch den Dozenten präsentiert. Mal gibt es Skripte, mal ist Mitschreiben nötig.
In den Präsenzübungen bearbeitest Du in Kleingruppen Übungsaufgaben, um den gelernten Stoff unter Anleitung eines Tutors anzuwenden. Um eine Irritation von Anfang an auszuräumen: Du wirst es nicht immer schaffen, alle Aufgaben, die gestellt werden, innerhalb der Präsenzübung zu bearbeiten. Du wirst auch nicht für alle Aufgaben Lösungen präsentiert bekommen. Das sind dann einfach Aufgaben, die Du für Dich selbst noch zur Übung bearbeiten kannst. Für konkrete Nachfragen stehen die Tutoren aber zur Vefügung.
Die Hausaufgaben sind in der Regel wöchentlich zu erstellen und abzugeben. Teilweise als Einzelabgabe, teilweise als Gruppenabgabe (Optional oder Pflicht). Erfolgreiche Hausaufgabenabgaben können vom Dozenten als Voraussetzung für Prüfungszulassung gefordert werden, andere Dozenten bieten als Anreiz Bonusregelungen für die Klausur an, z.B. Erreichen von 75% der Hausaufgabenpunkte gibt Dir zwei Bonusschritte für die Klausur. Du bestehst die Klausur mit einer 3,0, zwei Bonusschritte ergibt eine Note von 2,3. Andere Dozenten fordern das Bestehen von Zwischentests für die Klausurzulassung. Die Dozenten haben viele Freiheiten in der Gestaltung und Bewertung der Hausaufgaben, es lassen sich also diesbezüglich keine pauschalen Aussagen treffen. Die konkrete Ausgestaltung wird in den ersten drei Wochen des Semester von den Dozenten bekannt gegeben. Insbesondere wird von den Dozenten auch bekannt gegeben, wo Ihr Euch für den Übungsbetrieb eintragen müsst. Koala, Paul oder beides.
In einige Veranstaltungen gibt es auch Zentralübungen, hier werden Musterlösungen für einige Hausaufgaben präsentiert. Auch hier hängt die konkrete Ausgestaltung vom Dozenten ab.
Es ist sehr wichtig von Anfang an in den Präsenzübungen mitzuarbeiten und die Hausaufgaben zu lösen und abzugeben. Der Stoff wird im Laufe des Semesters nicht einfacher und verpassten Stoff nachzuarbeiten stellt schnell ein Zeitproblem dar.
Abschluss einer jeden Veranstaltung im ersten Studienabschnitt ist eine Klausur. In fast allen Fächern werden in der vorlesungsfreien Zeit zwei Klausurtermine angeboten, einer kurz nach Ende des Semesters, einer kurz vor Beginn des Folgesemesters. Falls Du Dich also unsicher fühlst, kannst du bis eine Woche vor der ersten Klausur diese absagen und den zweiten Termin mit mehr Vorbereitungszeit schreiben. Über die Termine der Anmeldephasen wirst Du über den Studierendenverteiler per Email informiert, die Abmeldungen musst Du selber im Auge behalten.
Generell ist für alle Fächer elementar von Anfang an sowohl in den Präsenzübungen als auch in den Hausaufgaben selbst die Aufgaben zu bearbeiten und zu lösen. Hinweis: ein Professor sagte uns in der Vorlesung einmal, dass er für einen Hausaufgabenzettel für einen durchschnittlichen Studenten 10 Stunden Arbeit kalkuliert. Die Hausaufgabe ist also nicht an einem Nachmittag oder nebenbei zu erledigen. Die Woche in der Vorlesungszeit ist also sehr gut gefüllt, der zeitlich größte Teil ist eigenverantwortliches Arbeiten. Das ist der Unterschied zur Schule.

Wie schon zuvor gesagt, es geht im ersten Studienabschnitt und insbesondere im ersten Semester um Grundlagen. Die Kenntnisse und Fähigkeiten, die Du hier erhältst, werden in anderen Vorlesungen wieder aufgenommen, vertieft und erweitert. Mehr dazu kannst Du im Modulhandbuch Informatik http://www.cs.uni-paderborn.de/studierende/pruefungswesen/modulhandbuch.html nachlesen. Hier wird jeder einzelne Kurs beschrieben und eingeordnet. Was ist Voraussetzung für den Kurs und für welche Kurse ist dieser Kurs Voraussetzung. Für Dich im ersten Semester ist das nicht so relevant, Du kannst hier aber mehr über den Aufbau des Studiums im Ganzen erfahren.