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Fachschaft Mathematik/Informatik

Informatik

Was sind die Voraussetzungen für ein Informatikstudium?

Zugangsvoraussetzung für das Informatikstudium ist die allgemeine Hochschulreife, auch bekannt als Abitur. Es gibt die Möglichkeit, mit einem anderen Schulabschluss und einer abgeschlossenen geeigneten Berufsausbildung in das Studium einzusteigen. Das wird im Einzelfall durch den Prüfungsausschuss Informatik geprüft. Allgemeine Aussagen sind daher nicht möglich. Falls dieses auf Dich zutrifft, kannst Du Dich für weitere Information gerne mit der Fachschaft in Verbindung setzen, wir können Dir Ansprechpartner nennen und zumindest allgemeine Informationen geben.
Du solltest Mathematik-affin sein. Das heißt nicht, dass Du ein "sehr gut" auf dem Abi-Zeugnis brauchst. Viel wichtiger ist, dass Mathematik Dir Spaß gemacht hat. Nicht nur in den Mathekursen wirst Du Mathematik antreffen sondern in allen Veranstaltungen. Die Grundlagen der Mathematik lernst Du an der Universität nicht als Selbstzweck sondern weil Du sie überall brauchst. Technisches Verständnis schadet auch nicht, stringente Logik sollte Dir nahe stehen. In der Informatik wird recht wenig der Konjunktiv eingesetzt, Vermutungen werden aufgestellt, um bewiesen zu werden. Du musst kein Programmier-Crack sein, wenn Du das Studium aufnimmst, was Du brauchst, wird Dir beigebracht. Du solltest aber immer etwas weiter denken, als direkt gefordert wird.

Informationen für Studieninteressierte

Du interessierst Dich für ein Informatikstudium und bist hier gelandet. Das ist schon mal ein guter Anfang. Du willst sicher mehr Informationen über das Informatikstudium haben. Daher möchten wir Dir das Informatikstudium vorstellen.
Ganz grundsätzlich: ein Universitätsstudium ist eine wissenschaftliche Ausbildung, keine Berufsausbildung. Du wirst selber im Laufe Deines Studiums wissenschaftlich arbeiten. Du wirst hier nicht zum Web-Designer, App-Programmierer oder System-Administrator ausgebildet. Du erhältst aber alle Kenntnisse und Fertigkeiten, um all dieses und noch viel mehr nach Deinem Studium zu sein. Ein Beispiel: selbstverständlich sind Datenbanken Studieninhalt. Du erhältst aber am Ende dieses Abschnitts kein Oracle-System-Engineer Zertifikat. Du wirst aber alles lernen, was Du zum Arbeiten mit ALLEN Datenbanksystemen, die Du antreffen wirst, brauchst. Egal ob es sich um Oracle, DB2, Nomad, Postgres, Sybase, F1, mySQL, Adabas, Derby, eXist, IMS, Ingres, Informix oder was auch immer handelt. Dieses veranschaulicht auch den Kern der Informatik-Ausbildung: die Vielfalt der Anforderungen in der freien Wildbahn ist unüberschaubar. Ein Informatikstudium macht Dich nicht zum Spezialisten für eine Nische in dieser Vielfalt sondern stattet Dich mit den Fähigkeiten aus, Dich in viele Themen, Produkte, Welten einzuarbeiten.

Warum Informatik studieren?

Die IT wird immer bedeutender und dringt immer weiter in Bereiche des täglichen Lebens ein, in denen wir sie vor einigen Jahren nicht vermutet hätten. Es gibt inzwischen mehr Microprozessoren auf der Welt als Menschen. Die ganz kleinen gibt es in 1000er Stückzahl für wenige Cent, auf der anderen Seite stehen die großen CPUs für mehrere 1000 Euro pro Stück. In einem Oberklasse-Pkw werden deutlich mehr als 100 Microprozessoren spazieren gefahren. Ein kleines Beispiel: elektrisch verstellbare Außenspiegel werden durch einen Microcontroller eingestellt. Es ist billiger, eine Signalleitung zum im Spiegel integrierten Controller zu legen - Ground wird direkt an die Karosserie gelegt - als den Spiegel einfach elektrisch durch drei bis vier Leitungen einstellen zu lassen. Kühlschränke mit integriertem Mikroprozessor? Hört sich erst mal aberwitzig an, man denkt zuerst an den schon oft bemühten sprechenden Kühlschrank "es ist keine Butter mehr da", aber durch intelligente Steuerung lässt sich viel Energie sparen. Stichwort vernetztes Heim. Das Internet mit seinen nahezu unendlichen Angeboten ist inzwischen integraler Bestandteil unseres täglichen Lebens. Ob man das will oder nicht. Die Webangebote laufen auf vielen Millionen Servern weltweit.
Von den Netzwerkprotokollen über aktive und passive Netzwerkkomponenten, Firmware, Betriebssystem, Treiber, Anwendungen und so weiter, überall werden Informatiker gebraucht, ob als reine Softwareentwicklungsabteilung, interdisziplinäre Teams, Analyse, Entwurf, Implementierung, Test und Betrieb.
Die wenigsten studierten Informatiker arbeiten als Programmierer. Wenn Du das willst, gibt es natürlich auch dafür Nischen. Aber nur als eine Nische von vielen. Informatiker in der Softwareentwicklung werden oft in dem Bereich vor der Programmierung eingesetzt, dem Entwerfen und Modellieren, der Architektur. Hier lässt sich gut der Vergleich mit den „echten“ Architekten ziehen. Dieser entwirft ein Gebäude. Die äußere Gestalt, aber auch die vielen Details, die dazu gehören. Umgesetzt werden diese Pläne aber in der Regel von Leuten, die mehr davon verstehen als der Architekt, Maurer, Zimmerer und andere Spezialisten. In der Informatik ist es nicht anders. Hier wie dort ist der Architekt auch für die korrekte Umsetzung seiner Pläne verantwortlich.
Aber der Bereich Software-Technik ist nur einer von vielen Bereichen, in denen Informatiker gebraucht werden. Auch in Bereichen, an die Du nicht direkt denkst, werden Informatiker gebraucht. Große Konzerne geben jährlich 12-stellige Beträge oder mehr für Ihre IT aus. Da werden Informatiker als Fachleute auch in Bereichen wie Einkauf, Vertrieb, Marketing und Verwaltung benötigt. Die Industrie hat einen großen Bedarf an Informatikern.

Die vier Säulen der Informatik

Alle Fächer des Informatikstudiums teilen sich an der Uni Paderborn (und nicht nur dort) in vier Bereiche auf: Modelle und Algorithmen, Softwaretechnik und Informationssysteme, eingebettete Systeme und Systemsoftware und Mensch-Maschine-Wechselwirkung.

Unter Modelle und Algorithmen finden sich Bereiche wie theoretische Informatik, Komplexitätslehre aber auch Kryptologie uvm. Es geht hier um Algorithmen, weniger um ihre Implementierung in konkreten Programmiersprachen. Bevor man implementiert, sind viele Fragen zu klären: macht der Algorithmus eigentlich das, was ich will, wenn ja warum und kann ich bessere Lösungen finden?

Die Softwaretechnik ist das, was von Laien als "Informatik" angesehen wird. Programmieren, das Implementieren von Lösungen, wie führe ich überhaupt ein Entwicklungsprojekt durch, wie erstelle ich komplexe Software verteilt im Team, wie benutze ich integrierte Entwicklungsumgebungen? Also das, was nach Modellierung, dem Erstellen von Algorithmen und deren Verifikation stattfindet.

Eingebettete Systeme und Systemsoftware beinhaltet die technische Informatik, natürlich auch die eingebetteten Systeme und eigentlich alles, was zwischen Transistor und Betriebssystem steht. Wie entwickele ich aus einer Ansammlung von Transistoren eine Basis, um darauf Programme auszuführen.

Mensch-Maschine Wechselwirkung setzt hingegen nicht so technisch an. Hier wird der Bereich, in dem Mensch und Maschine aufeinandertreffen, betrachtet. Also alle Arten von Benutzerschnittstellen. Das fängt bei der GUI an, betrifft natürlich auch Webseiten aber auch andere Formen der Informationsrezeption des Menschen und der Infomationsauslieferung durch wie auch immer geartete Schnittstellen von Maschinen. Kleiner Einwurf - ganz persönlich von mir: Lasst niemals Techniker/Informatiker Benutzerschnittstellen erstellen... Was die für "klar" und "selbsterklärend" halten, naja, ich will das jetzt nicht weiter ausführen (mein persönlicher Liebling ist immer noch "Legende der Ikonen" in SAP R/3, gut, das war mehr ein Outsourcing-Problem, aber trotzdem). Dieser Bereich, kurz MMWW, ist umfassender, als es sich in einer so kurzen Zusammenfassung anhört
Nach dem ersten Studienabschnitt, d.h. ab dem 5. Fachsemester, kannst Du Dich auf einzelne dieser 4 Bereiche spezialisieren. Im ersten Studienabschnitt erhältst Du Grundwissen in allen 4 Bereichen zuzüglich der Mathematik.
Wir hoffen, Dir Deine ersten Fragen beantwortet und Dir einen Eindruck über das Informatikstudium gegeben zu haben. Für weitere Fragen steht Dir die Fachschaft gerne zur Verfügung. Unter „Kontakt“ auf dieser Webseite findest alles, was Du brauchst, um uns zu erreichen. Falls es Dir möglich ist, kannst Du auch einfach vorbeikommen und bei einem Kaffee (oder Tee) mit Studenten aus verschiedenen Fachsemestern und Studienabschnitten sprechen oder auch probehalber Veranstaltungen besuchen. Wir würden uns freuen, dich an der Universität Paderborn in der Fachschaft Mathematik und Informatik begrüßen zu dürfen.