Fachschaft Mathematik/Informatik

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Erstsemesterbericht aus dem Wintersemester 2018/2019

„Schreib doch mal einen Ersti Bericht.“ So oder so ähnlich regte Katze mich dazu an meine Erfahrungen in der Informatik aus dem ersten Semester (bzw. Jahr) an der Universität Paderborn zu schildern. Das ganze stürzte mich in ein kleines Dilemma. Die Fragen: Die Fragen “Was denke ich über das Studium an der UPB? Bin ich hier glücklich? Inwiefern kann ich das Studium weiterempfehlen?”, drängten sich auf. Ich muss sagen, dass ich mitten in der Prüfungsphase keine Antwort darauf geben konnte. Nun etwa 3 Wochen später ist es soweit und ich versuche meine Gedanken und Erfahrungen zu schildern. Ich weiß normalerweise kommt das Fazit zum Schluss, aber ich packe es wohl mal an den Anfang. In Paderborn Informatik zu studieren hat wie an jeder anderen Hochschule seine Vorteile und seine Nachteile, aber ich muss sagen, dass ich mit meiner Entscheidung hier zu studieren (trotz Startschwierigkeiten) sehr, sehr, sehr zufrieden bin und sie heute wieder so treffen würde.

Aber zunächst einmal zu mir: Ich, Lukas (20), habe zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Berichtes gerade das zweite Semester an der UPB abgeschlossen (eine Klausur steht noch aus) und ich bin für das Studium nach Paderborn gezogen (obwohl ich aus der Region komme). Informatik studiere ich, weil ich in der Schule durch Zufall in den Informatik Leistungskurs gelost wurde und gemerkt habe: Probleme auf eine formale Art und Weise durch Algorithmen zu lösen macht mir verdammt viel Spaß. Ich entschied mich für ein Studium in Paderborn aus einem ganz einfachen, pragmatischen Grund: Die Stadt Paderborn ist eine Stunde von Bielefeld (meiner Heimat) entfernt, wodurch ich hier bis zu einem gewissen Punkt neu starten kann, aber auch gut den Kontakt zu Freunden und Familien in Bielefeld halten kann. Wie gesagt war also die Entscheidung hier zu studieren in erster Linie pragmatisch. Als ich dann bei meinem zweiten WG–Casting eine super WG gefunden hatte, dachte ich: Viel besser kann es ja eigentlich nicht mehr werden, oder? Dann fing das Studium an und neben der Probleme in einer neuen Stadt anzukommen, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen und sein Leben selber in die Hand zu nehmen bin ich hier sehr glücklich geworden.

An dem Studium an der UPB gibt es, wie an jeder anderen Universität, Kritikpunkte: Einige Module in den ersten beiden Semestern sprengen den vorgesehenen Arbeitsaufwand, das Studium ist vergleichsweise (teilweise unnötig) kompliziert und allgemein, es gibt Professoren, welche nicht gut darin sind Grundlagen zu vermitteln, und -für mich am schlimmsten- die meisten Menschen pendeln zur Universität, wodurch das Aufbauen eines festen Freundeskreises in Paderborn nicht besonders einfach ist.

Nichtsdestotrotz überwiegen für mich die positiven Punkte an einem Studium in Paderborn. Angefangen mit der Lage der Universität. Der Stadtkern von Paderborn ist fein, aber sehr fein. Man kann gut mal einen Kaffee oder ein Bier trinken gehen, entlang der Pader schlendern und ist innerhalb weniger Minuten am Haxtergrund (einem sehr schönen Waldgebiet). Dazu ist Paderborn verkehrstechnisch hervorragend angebunden, weswegen man ohne großen Aufwand durch NRW reisen kann. Auch die Universität Paderborn kann ich eigentlich nur loben. Sie liegt am Rande der Kernstadt direkt an einem Einkaufszentrum und ist im Vergleich zu der Universität Bielefeld wirklich schön und zu großen Teilen (bis auf das Kurswahlsystem Paul) gut organisiert.

Zum Studium in Paderborn gibt es auch einiges zu erzählen. Die Informatik an der UPB hat einen eher theoretischen Fokus, wodurch Mathe Kenntnisse und formales Arbeiten ein großer Fokus des Lernens sind. In dem ersten Semester werden aber alle Grundlagen vermittelt, sodass man (zumindest theoretisch) keine Vorkenntnisse braucht. Trotzdem ist eine Erfahrung im Umgang mit mathematischen Sachverhalten extrem wertvoll. Die Vorlesungen in den ersten beiden Semestern sind in ihrer Qualität sehr verschieden und die Professoren sind verschieden gut auf die jeweilige Vorlesung vorbereitet, aber die Übungen, welche ich besucht habe sind alle gut gehalten (sonst kann man sehr einfach wechseln) und durch das Lernzentrum (wo man zu festgelegten Zeiten einen Tutor in jedem Fach antreffen kann) kann man auch die schlechter gehaltenen Vorlesungen gut aufarbeiten. Aber man muss im Semester sehr viel tun, denn wer den Stoff nicht im Semester bereits verstanden hat, der fällt in der Regel durch die Klausur. Durch die wöchentlichen Abgaben wird man aber ohnehin dazu gezwungen sich mit dem Stoff auseinander zu setzen. Insgesamt ergab sich für mich ein Arbeitsaufwand von ca. 40 Wochenstunden, womit ich aber auch ein sehr gutes Ergebnis erreicht habe. Ein weiterer wichtiger positiver Punkt am Studium ist die Fachschaft. Hier kann man als Student direkten Einfluss auf das Uni-Geschehen nehmen und es ist jeder willkommen. Außerdem findet man hier oft Studenten aus höheren Semestern, welche immer gerne bereit sind einem bei schwierigen Aufgaben zu helfen.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass meine Erfahrung des Studiums an der UPB durchweg positiv ist, aber auf der anderen Seite stellt sich die Frage, was man von einer Person, welche freiwillig von seinen Erfahrungen aus dem ersten Semester berichtet, erwartet. ;)