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Erstsemesterbericht aus dem Wintersemester 2012/2013

"Du solltest in der Fachschaft niemals sagen, dass du nichts zu tun hast. Sonst hast du danach nämlich bestimmt etwas zu tun.", sagte die Fachschafts-Mama. Weise Worte. Ich hätte auf sie hören sollen. Kurz darauf kam die Matik-Redaktion herein und Simon sagte: "Erstie! Du schreibst den Erstiebericht!" Sie hatten mich gehört, dabei waren sie doch in einem anderen Raum gewesen.

Aus diesem kleinen Exkurs solltet ihr zwei wichtige Dinge lernen: 1. Höre immer auf das, was die Fachschafts-Mama sagt. Und 2. haben Ersties keine Namen.

Doch beginnen wir von vorne: Wir schrieben Montag, den 1. Oktober Anno 2012. Gefühlte tausend Erstsemester versuchten sich in das für 600 ausgelegte Audimax zu zwängen, mit mäßigem Erfolg. Als dann alle einen Sitz- oder Stehplatz bekommen hatten, begannen auch schon die ausschweifenden Begrüßungsreden, aus denen zumindest eine wichtige Information herausstach: "In der Uni klatscht man nicht, man klopft."

Danach begann die eigentliche Orientierungsphase, kurz O-Phase, organisiert von DER Fachschaft (denn es kann nur eine geben!). Es ging einmal kreuz und quer durch die Uni, vom IMT-Account über Mentoren die teilweise nicht anwesend waren bis hin zur Mensa wurde alles vorgestellt. Die Atmosphäre war immer locker und wir haben auch gleich das wichtigste für unser Studium gelernt: Wenn du nicht weißt wohin du gehen sollst, egal ob du Probleme oder einfach nur Langeweile hast, komm zur Fachschaft!

Am Dienstag Abend war dann die legendäre Kneipentour. Wir haben nebenbei gelernt, dass Ortsangaben wie "neben der Kirche" nicht sehr genau sind ("Eine Kirche!" - "Hey, guck mal: Direkt gegenüber ist noch eine!" - "Schon wieder eine!") und natürlich die Paderborner Kneipen ausgetestet. Auch wenn wir nicht alle geschafft haben, war es definitiv ein denkwürdiger Abend. Zum Schluss ging es dann mit den letzten Überlebenden zurück zur Uni, wo sich herausstellte, wie gut man in der Fachschaft schlafen kann.

In der darauf folgenden Woche ging es dann richtig los. Naja, nicht so ganz. In der ersten Woche musste erst noch viel organisiert werden. Es begann ein Rennen auf die besten Termine für Übungsgruppen und alle standen vor der schweren Entscheidung, ob Mathe nun Nebenfach werden sollte oder nicht. Neben der Nebenfachwahl gab es aber noch eine wichtige Entscheidung zu treffen: Was nimmt man nur als Studium Generale? Sollte es Zombologie oder die Untersuchung der "Biblischen Bezüge in den Simpsons" sein, wie im letzten EI (Erstsemester-Infoheft) angemerkt, oder doch lieber etwas obskures wie Wirtschaftswissenschaften? Manche entschieden sich für einen praktischen Ansatz: Es sollte keine Klausur dabei sein. Andere haben sich einfach nur ihren Interessen entsprechend entschieden.

Gleichzeitig begann das allseits beliebte "Und wie heißt du?"-Spiel, das man wohl für den Rest seiner Studienzeit spielen könnte. Neben der allgemeinen Namensverwirrung gab es noch das Problem, sich in diesem Irrgarten, den sie "Uni" nennen, zurechtzufinden. Und sobald man das geschafft hatte, war da immer noch die Frage, wo in der Außenwelt man rauskommen würde, wenn man durch einen der vielen Ausgänge schreiten sollte.

Als sich der Stundenplan so langsam gefüllt hatte und sich abzeichnete, wie viel Zeit die Übungszettel in Anspruch nehmen würden, musste man sich nur noch überlegen, was man mit der freien Zeit seines neuen Lebens hier in Paderborn anfangen sollte. So könnte man sich bei der Zeitung universal, dem Radiosender l'unico oder der Fachschaft einbringen. Auch möglich wäre die Nutzung der vielen Hochschulsport-Angebote oder doch lieber des Filmeabends der Fachschaft. Viel Spaß hatten wir beim Spieleabend, Mittwochs um 20:00 in D1.312, wo jeder Freund von Gesellschaftsspielen willkommen ist. Wir haben zwar festgestellt, dass wir beim Spieleabend alle einen kleinen Knall haben, aber somit ist das ja wieder normal.

So spaßig die Freizeitaktivitäten auch sind, bestimmen Vorlesungen und Übungen dennoch den Großteil des studentischen Lebens. Die Professoren schienen sich jedoch entschlossen zu haben, uns nicht sofort mit der Fülle des Stoffs zu erschlagen. So hatten wir nach der ersten Vorlesung, nämlich Analysis mit dem Thema Mengenlehre, in der zweiten Vorlesung (Modellierung) ebenfalls Mengenlehre. Allerdings entwickelten sich diese beiden Fächer, nach diesem doch sehr ähnlichen Anfang, in gänzlich unterschiedlicher Richtung: Während Analysis, trotz des Appells, man solle sich nicht von der überdurchschnittlichen Durchfallrate entmutigen lassen, zum Albtraum der Mehrheit der Informatik-Ersties wurde, entpuppte sich Modellierung als im Vergleich zu Ana harmloseres Logikspielchen. Was GP1 (Grundlagen der Programmierung 1) betrifft gehen die Meinungen über Schwierigkeitsgrad und Umfang des Stoffes auseinander. Dies lässt sich leicht in einer Formel zusammenfassen: GP1 ist einfach ⇔ Programmier-Vorkenntnisse sind vorhanden.

Inzwischen haben wir uns gut eingelebt und fühlen uns sogar richtig heimisch in Uni und Fachschafts-Umfeld. Es macht Spaß, hier zu studieren und zu prokrastinieren[1]. Dabei stellen sich uns immer wieder Aufgaben, die manchmal aufreibend, manchmal aber auch willkommene Herausforderungen oder kleine Fingerübungen sein können. Hier kann man sein Hobby studieren. Die nächsten Semester können kommen!

[1] Prokrastination: Wenn "die Kunst, meist belanglose Tätigkeiten mit einem unfassbaren Eifer, einer Präzision und Intensität auszuführen, die nicht einmal Dagobert Duck beim Polieren seiner Kreuzer aufbringt [...]" in den Vordergrund gerät und vor zu erledigende Tätigkeiten geschoben wird.